Pilgerreise nach Unterlamm

In der Zeit der Gegenreformation und im anschließenden Barock sind auch bei uns in der Steiermark viele Wallfahrtsorte entstanden.
In vielen dieser Orte wird die Mutter Jesu, Maria, als besondere Fürbitterin verehrt. 1858 erlebt eine junge Frau namens Bernadette insgesamt 18 Marienerscheinungen im heute weltberühmten Wallfahrtsort Lourdes in Frankreich. 2006 wird auf Anregung des in Unterlamm tätigen Pfarrers Franz Brei eine Lourdesgrotte errichtet, die in den Hang hinter der Unterlammer Kirche eingebaut wird. Schon kurz nach dem Entstehen dieser Grotte und noch immer anhaltend gibt es mittlerweile einen nicht unbedeutenden Besucherstrom zu dieser neu errichteten Pilgerstätte.
Unabhängig von einer persönlichen Einstellung zum Thema Wunder, Frömmigkeit, Glaube gibt es zahlreiche Menschen, die auf der Suche sind nach ihren religiösen Wurzeln. Anschaulich gestaltet wie bei der Lourdesgrotte entsteht eine Beziehung zu einer Gestalt wie Maria, an die man sich mit unterschiedlichsten Anliegen wenden kann. Meist sind es Bitten um persönliche Genesung, Gesunderhaltung, Heilung von schweren Leiden. Auch die Bewältigung unserer alltäglichen Aufgaben, Beziehungsgeflechte, Partnerschaft, Familie, Eltern, Kinder, Freunde und Verwandte sind Inhalt dieser Bitten. Maria wird oft auch zur Bezugsperson für unser irdisches Dasein, sie ist Fürsprecherin und Hüterin unserer Erde. Das Thema Fruchtbarkeit, Ernteerfolg, die Verschonung vor Katastrophen und Unwettern, die Bitte um ein ausgewogenes Klima, die Bitte um Regen zur richtigen Zeit betrifft vor allem diejenigen, die in ihrem Wirken noch auf äußere Umweltbedingungen angewiesen sind.
Dem gegenüber stehen heute naturwissenschaftliche Erkenntnisse, Analysen, die vieles erklärbar machen, aber letztendlich bis hin zur Quantenphysik trotzdem irgendwo, irgendwann an eine unüberwindliche Grenze stoßen. Volksglaube und Marienverehrung umgehen diese rein wissenschaftlichen Zugänge durch Glaube, Hoffnung, Frömmigkeit. Aus innerster Überzeugung wird damit das Unerklärbare wieder erklärbar, erwartbar und erhoffbar.

Warum jetzt gerade Unterlamm?
Die Gemeinde Unterlamm bietet einerseits ein nachvollziehbares dörfliches Szenario, einen durch den Menschen bearbeiteten, aber auch gestalteten Lebensraum. Einen Lebensraum, in dem natürliche Gesetzmäßigkeiten noch spürbar werden. Anders ausgedrückt, Unterlamm ist noch nicht total zuasphaltiert, verstädtert. Dieses Gesamtambiente jetzt aus dörflicher Siedlungsstruktur mit einem ländlich positiv gestalteten Rahmen und Raum passt natürlich auch für eine Einrichtung wie die Lourdesgrotte, denn dieses Umfeld schwingt hier positiv mit.
Unterlamm ist gerade dabei, im Sinne einer Qualitätssicherung für Tagesgäste, länger bleibende Gäste und natürlich mittlerweile die neu hinzukommenden Pilgerreisenden eine Angebotschiene zu entwickeln, die in ihrer Gesamtorientierung auch auf Wertschöpfung aufgebaut ist, aber nicht auf eine billige Verkaufsmentalität. Gäste und BesucherInnen sollen sich wohlfühlen, sollen sich selbst finden, sollen aber auch Anregungen erhalten, um sich mit dem Umfeld, dem Lebensraum der Gemeinde Unterlamm auseinanderzusetzen. Pilgerreisen nach Unterlamm sollen somit zu einem ganzheitlichen Erlebnis werden.

LGF Kamillo Hörner (Auszug)

 

 

Auf Anregung des Pfarrers Franz Brei wurde die Lourdesgrotte errichtet.

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)