Wo sich Könner und Kenner treffen
Gottfried Pengg-Auheim in der Lorli-Ritschl-Foundation |
Die Lorli-Ritschl-Foundation am Joanneumring 16, gegründet 1998 von Dr. Hannelore Ulrich für kulturelle und wirtschaftswissenschaftliche Veranstaltungen, darf zu Recht als der feinste Grazer Salon für die österreichische Kunst der Klassischen Moderne bezeichnet werden. Ein Rundgang durch die 400 m2 großen Räumlichkeiten und ein Auszug aus der Künstlerliste beweisen augenscheinlich die hohen Ansprüche der Gründerin: Otto Ritschl, Werner Berg, Kurt Welther, Leander Kaiser, Gerald Brettschuh, Rudolf Szyszkowitz und jüngst Gottfried Pengg-Auheim, dessen Werke in der letzten Ausstellung der Lorli-Ritschl-Foundation zu sehen waren.
Wer realistische Positionen zu schätzen weiß, dem kamen die großen bis monumentalen Ölbilder Pengg-Auheims besonders entgegen. Pengg-Auheim studierte an der Akademie der Bildenden Künste bei Arik Brauer und arbeitet in bester Tradition eines Karl Stark. Landschaften und Stillleben bilden das Gros der Exponate. Bilder in pastoser und expressiver Malweise, deren starke Buntfarbigkeit stil- und geschmackssicher gesetzt ist. Pengg-Auheims größte Stärke offenbart sich in den ganzfigurigen Porträts, darunter Friedrich Cerha und der Sammler Herbert Liaunigg – Seite an Seite mit Persönlichkeiten des europäischen Adels.
Auf die Frage nach ihrem Selbstverständnis als Galeristin antwortet Dr. Hannelore Ulrich im Geiste einer europäisch denkenden Kunstliebhaberin: „Graz soll seine Rolle als Kulturwerkstatt in der Mitte Europas auch mittels meiner Projekte im Rahmen der Lorli-Ritschl-Foundation vertiefen. Es können Künstler, Wissenschaftler und Wirtschaftsfachleute mit uns inter- und multikulturelle Programme erarbeiten. Ich möchte durch mein persönliches Engagement eine Ergänzung und Entlastung der öffentlichen Kulturarbeit erreichen. Kunst gepaart mit Wirtschaft soll Kunst ins Spannungsfeld unseres täglichen Lebens bringen.“ Also, man darf auf die nächsten Ausstellungen gespannt sein.
Martin Titz |

Der Künstler Gottfried Pengg-Auheim mit Dr. Hannelore Ulrich.
Foto: H. Ulrich |
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