PANOPTIKUM –
Gedanken zum Wandern und Pilgern
Persönliche Eindrücke zu Pilgern und Wandern

Pilgern und Wandern prägten die Jahre meiner Kindheit und Jugendzeit. Wallfahren gehörte zu den großen Traditionen, vor allem im ländlichen Bereich. Zu Fuß, per Kutsche oder später mit dem Omnibus ging es zu verschiedenen steirischen Wallfahrtsorten, vor allem aber nach Mariazell. Wandern war besonders beliebt bei den Jugendgruppen, man genoss die Gemeinschaft und die Natur.
Herta Mayr

Mich haben vor allem immer die großen Wallfahrten fasziniert, wie die Wallfahrt der Katholischen Arbeiterjugend 1957 nach Rom, oder Treffen in Mariazell und anderen Städten, wo ich als Journalist teilnehmen konnte. Das Engagement der Menschen, die Orte der Kraft, der religiöse Auftrag bleiben unauslöschlich im Gedächtnis.
Prof. Max May
Wandern, eine Reise in das Innere der Menschen, lässt mich Ruhe finden. Manchmal alleine, oft mit Freunden und/oder der Familie gelingt es mir aus dem Alltag zu entfliehen und in einen tiefen Austausch mit meiner Umwelt einzutauchen. Das Sammeln unvergesslicher Eindrücke und wunderbarer Anregungen gibt mir dabei Kraft für den Beruf und Schwung im Alltag.
Mag. Gerald Gölles

 


 
Den Jakobsweg in Spanien
bin ich dreimal gegangen, einmal 750 km in einem Stück. Der Camino ist wie das Leben: Das Erstaunliche ist nicht, dass man 750 km geht, sondern dass man sich entschließt, 750 km zu gehen. Man geht Schritt für Schritt und kommt ans Ziel. Das Leben macht keine Sprünge. Man geht täglich, bei Sonne und Regen, bergauf und bergab, auf steinigen Wegen und auf angenehmen. Wenn ich lange gehe, werden Erfahrungen und Einsichten wieder gegenwärtig, für die ich keine Zeit hatte, als ich sie machte. Und wenn ich Gebetstexte beim Gehen oft wiederhole, werden die Texte zu meiner eigenen Erfahrung, zu meinen Gebeten. Pilgern ist wie das Leben.
P. Severin Schneider OS
Wandern – der Weg ist das Ziel?
Einen Fuß vor den anderen setzen, einen Schritt nach dem anderen gehen, auf einem Weg, der in Kopf oder Herz entstanden ist.
Hinaus aus der Alltagsmühle, aus den Begrenzungen durch Häuser, Wände und Termine. Hinauf auf Hänge und Höhen, wo sich Blick und Gedanken weiten, sich der Mensch als Ganzheit ahnt.
Wandern – der Weg zu einem Ziel.
Dr. Gertraud Hopferwiese

Das Wandern ist ...
... schon lange nicht mehr nur des Müllers Lust. Immer mehr Menschen zieht es in die Natur, um frische und gesunde Kraft zu tanken für den stressigen Alltag.
Auch ich bin immer wieder dankbar, bei Wanderungen die Schönheit der Natur erfahren zu dürfen.
Meine Empfindungen dabei möchte ich mit einem Spruch von F. Hoffmann ausdrücken:

Ein stetes Steigen
im tiefen Schweigen.
Ein glückliches Schauen
auf Berge und Auen.
Am Gipfel ein Rasten,
befreit von den Lasten.
Ein stiller Traum
in hohem Raum.

Christine Deutsch

 

 

Wandern auf einem Pilgerweg bedeutet für uns auf dem Weg sein auf ein Ziel hin, auf der Suche nach der Wahrheit, auf der Suche nach dem Leben jenseits des Trubels unserer Zeit.
Heinz und Grete Kopetz

Ich habe einmal eine Wallfahrt gemeinsam mit meinem Team aus dem Referat Frau-Familie-Gesellschaft als Dankgang nach Mariazell unternommen.
Mein Mann allerdings geht jedes Jahr mit der Pfarre von Nestelbach nach Mariazell. Für nächstes Jahr plant er außerdem den Jakobsweg von der französisch-spanischen Grenze weg zu pilgern.
Wandern, pilgern, wallfahrten – wie auch immer man es bezeichnen mag – ist wertvoll für Körper, Geist und Seele. Das Gehen in der Natur ist eine Entschleunigung des hektischen beruflichen Alltags und eine Reise zu sich selbst.
NAbg. Ridi M. Steibl

Pilgern bietet für mich die Möglichkeit, für eine gewisse Zeit einem hektischen Alltag zu entgehen, um in einer Welt der Besinnung und Ruhe Gemeinschaft zu erleben. Ich war zwar erst wenige
Male pilgern – etwa mit dem Team des Gründerinnenzentrums Steiermark oder mit Freunden – und habe dabei auch keine „Gewaltmärsche“ absolviert. Aber dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, war dies immer eine schöne Gelegenheit für anregende Gespräche und um unbekannte Seiten in den anderen kennenzulernen.

Mag. Elisabeth Pirstinger

Jesus sagt von sich im Evangelium „Ich bin der Weg“. In der Folge wurde „Weg“ zu einem der frühesten Namen für die Christen: „die Menschen vom (neuen) Weg“. Das Bild von der Wanderung verbindet uns als „wanderndes Gottesvolk“ mit der Urerfahrung des Volkes Israel und erinnert, dass unser ganzes Leben auf ein Ziel – die Begegnung und das Leben mit Gott – ausgerichtet ist. So ist das Wandern und im Besonderen die Pilgerschaft zu einem Realsymbol für das Leben der Christen geworden. Freilich braucht es dazu auch Menschen, die diese Dimension immer wieder deuten und zur Sprache bringen können.
Bischofsvikar Dr. Heinrich Schnuderl

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellhinweise)