Steiermark 2009: Erzherzog Johann

Ein Gedenken und ein Bedenken

 

150 Jahre ist es her (11. Mai 1859), dass Johann Baptist  Erzherzog von Österreich, Förderer und Visionär der Steiermark, im Palais Meran in Graz – in den Armen seiner  geliebten Anna – verstarb.
Es wird berichtet, dass Anna  Zeit ihres Lebens das Stück  Tapete, auf welches Johanns  letzter Blick fiel, fortan bei  sich getragen haben soll. Diese  große, tragische Liebe, von der heute noch landauf, landab gesprochen wird, trug  sicherlich viel dazu bei, dass  dieser Mythos „Johann“ noch  so präsent ist. Natürlich leistete er zu einer  Zeit, als die Steiermark – wie gesamt Innerösterreich –  wirtschaftlich darniederlag, Ungewöhnliches. Als guter  Netzwerker verstand er es,  trotz der Widerstände aus  Wien, die Menschen zu motivieren und anzuspornen.
In zahlreichen Abhandlungen wird das Leben und Wirken Erzherzog Johanns beleuchtet und wird er seiner großen Bedeutung für die Steiermark in Vergangenheit und Gegenwart gemäß ausführlich geehrt.
Viele Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge und dergleichen werden das gesamte Gedenkjahr über abgehalten. Zahlreiche Bücher erscheinen und versuchen den bis heute sehr beliebten „steirischen Prinzen“ ins rechte Licht zu rücken. Beiträge in Film- und Printmedien widmen sich ihm und seinem Lebenswerk.
Institutionen, deren Gründung auf ihn zurückgeht, beteiligen sich dabei genauso wie Vereine, Verbände und Schulen.
So wurden beispielsweise von ihm begründet, unterstützt, auf- und ausgebaut: das Landesmuseum Joanneum, die Montanuniversität Leoben, die Technische Universität Graz, die Steiermärkische Landesbibliothek, das Steiermärkische Landesarchiv, die Landwirtschaftskammer und die Grazer Wechselseitige Versicherung.
Johanns Spuren sind selbst im 21. Jahrhundert noch unauslöschlich und für die Steiermark prägend. So ist es nur natürlich, dass auch dieses Todesjahr zum Gedenken und auch Bedenken genutzt wird. Nach dem Motto „Nobody is perfect“ soll man wohl auch an die Persönlichkeit Johanns herangehen und eine objektive, wissenschaftliche Analyse anhand aller noch vorhandenen und zum Teil bis dato unpublizierten Fakten vornehmen. Eine Vereinnahmung bzw. Verurteilung von Vertretern „extremer Lager“ kann zwar nicht verhindert, aber unter Berücksichtigung sämtlicher Einflussgrößen fassbarer gemacht werden.

Das Jahresthema

Die Volkskultur Steiermark GmbH betreut im Auftrag des Ressorts für Volkskultur (Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer) dieses Jahresthema und wirkt als Vernetzungs-, Vermittlungs-, Informations-, Koordinations- und Organisationsstelle für alle Vereine, Verbände und Institutionen, die sich beteiligen.
Der Auftakt des Erzherzog-Johann-Gedenkjahres erfolgte am 20. Jänner anlässlich seines wiederkehrenden Geburtstages. Im von der Volkskultur Steiermark GmbH herausgegebenen Erzherzog-Johann-Reisepass und auch auf der Homepage www.erzherzogjohann.steiermark.at werden die Termine aller Feierlichkeiten und Veranstaltungen präsentiert. Genau 50 Jahre ist es her, dass ein fünf Kilometer (!) langer Festumzug Erzherzog Johann zu Ehren als Abschluss des Steirischen Gedenkjahres 1959 durch Graz zog. Er war einerseits als letzte Dankeskundgebung an den großen Wohltäter des Landes gedacht, und andererseits sollte er auch Rechenschaft darüber ablegen, was aus dem Erbe Erzherzog Johanns in den vergangenen 100 Jahren erwachsen war.
So wollen wir auch 2009 daran anknüpfen und haben alle steirischen Regionen zur Teilnahme aufgerufen. Es soll wie damals kein historischer Umzug sein, sondern die Darstellung der Landes-teile im Hier und Heute sowie im Morgen - basierend auf dem „Input“, den dieser Mensch diesem Land beisteuerte.

Die Erzherzog-
Johann-Statue erwacht 2009 und begleitet durch das Gedenkjahr.

Foto: Volkskultur Steiermark GmbH

 

Silvia Renhart

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung)