Aufgrund seines Standes erfuhr Erzherzog Johann eine umfassende (globale) Erziehung – beeinflusst und geprägt durch verschiedene Kulturkreise und Mentalitäten Europas.
Als Kind seiner bewegten Zeit war er nicht nur von den Naturwissenschaften, sondern auch vom Gedankengut der Aufklärung, dem Fortschrittsglauben sowie von der beginnenden Industrialisierung angespornt und vom allgemeinen Aufkeimen des Interesses am Volksleben inspiriert.
Er zeichnete Erlebnisse und Geschichten auf seinen Reisen durch die Alpenländer auf. Gerne durchstreifte er auch als einfacher Jäger die Steiermark und gesellte sich unters gemeine Volk. Durch seine Heirat mit der Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl und das Tragen der einfachen Jägerkleidung auf seinen Streifzügen fand er die gewünschte Nähe zu den Menschen des Steirerlandes.
Mit 14 Jahren bereits interessierte und beschrieb er auf einer Reise nach Mariazell Land und Leute. Am Abhange des Riedenberges. Hier sind die Häuser schon mit Stroh gedeckt, auch viele halb mit Holz und halb mit Stein gebaut … Die Bauerntracht ist verschieden und hat ihren eigenen Geschmack; man glaubt sich in eine andere Welt versetzt. |

Leopold Kupelwieser, Erzherzog Johann im Rock mit grünem Aufschlag, 1828.
Foto: Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum
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Genaue Kenntnis des Landes, der Bewohner, deren Bedürfnisse und Fähigkeiten sowie der Leistungen der öffentlichen Einrichtungen erlangte er durch eine statistische Landesaufnahme. Darauf baute und begründete er seine Reformen.
Vision und Inspiration holte er sich auf seinen zahlreichen Studienreisen durch Europa und Kontakten zu bedeutenden Wissenschaftlern seiner Zeit.
1801 beschrieb er auf seiner Reise durch Salzburg und Tirol Bauernhäuser, Lebensweise, Mahlzeiten, Tracht, Charakter, Körperbeschaffenheit, Religion, Volksspiele, Volkslied, Musik und Liebesleben der Bevölkerung.
1802 führte ihn sein Weg durch die Steiermark, wo er sich Jodler und Volkslieder vorsingen ließ und damit seine Liedersammlung begründete.
Bereits 1804, als er noch mit seinen militärischen Plänen befasst und auf Tirol konzentriert war, bereitete er eine Arbeit über „Sitten, Gebräuche und Charakter der deutschen Alpenbewohner“ vor.
Zugleich erteilte er Naturforschern, Zeichnern und Antiquaren den Auftrag zu forschen und zu sammeln. Nach seiner „Verbannung aus Tirol“ durchwanderte und beschrieb er im August 1810 die Ausseer und Schladminger Alpen: Die Almhütten sind niedrig aber geräumig; die heftigen Winde, welche hier herrschen und oft den Boden furchen, lassen kein hohes Gebäude zu. Die Dächer sind flach und mit Steinen beschwert … Abends waren Geiger und Pfeifer da und von Schladming kamen Bauern mit ihren Alpenhörnern („Wurzhörnern“). Sie sind wie Posaunen gemacht, von Lärchenholz mit Bast um-geben und geben einen reinen, angenehmen aber zugleich traurigen Ton …
Im Oktober 1810 durchstreifte er die untersteirischen Weingegenden und schrieb Beobachtungen über Weinbau, Weinlesefeste, Pressen, Keller und Winzerbräuche nieder.
Dies gab ihm anscheinend Anstoß, fortan für die Steiermark tätig zu sein, und begeistert schrieb er 1811 in sein Tagebuch:
Aus den Gebirgen entspringen die Wasser, die die Ebene beherrschen, dort ist noch der Menschheit Kern, von da muss Rettung kommen! |
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Die
vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen
berichte". (Bestellung)
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