Zahlreiche „Klassiker“ zu Leben und Wirken Erzherzog Johanns sind fast nur mehr im Antiquariat zu erwerben oder in Bibliotheken zu benützen. „Der Brandhofer und seine Hausfrau“, herausgegeben von Alfred Wokaun 1959 und seither von Walter Koschatzky mehrfach neu aufgelegt, gehört ebenso dazu wie die umfassende, aber leider nur bis zum Jahre 1811 reichende Biographie aus der Feder von Viktor Theiss („Leben und Wirken Erzherzog Johanns“, Neuauflage 1981) und die Festschrift „Erzherzog Johann von Österreich. Sein Wirken in seiner Zeit“ zum 200. Geburtstag anno 1982 herausgegeben von Othmar Pickl. Wohlfeil antiquarisch zu haben sind auch die material- und informationsreichen Kataloge zu den Gedächtnis- bzw. Landesausstellun-gen der Jahre 1959 (Graz, Joanneum) und 1982 (Stainz; hrsg. v. Grete Walter-Klingenstein und Peter Cordes).
Mit „Erzherzog Johann. Mythos und Wirklichkeit“ hat sich 1982 der inzwischen verstorbene Publizist Günther Nenning beschäftigt, in romanhafter Form – neben anderen – schon 1950 Hans Gustl Kernmayr („Erzherzog Johanns große Liebe“) und 1980 der langjährige Kulturredakteur der „Südost-Tagespost“ Wolfgang Arnold unter dem Titel „Erzherzog Johann. Sein Leben im Roman“. Der Grazer Leopold Stocker Verlag hat diesen Roman nunmehr in zweiter Auflage herausgebracht; für ein Publikum, das abseits von Jahreszahlen, aber auch einen literarischen Zugang zur Persönlichkeit des steirischen Prinzen sucht, sehr empfehlenswert, wollte der Autor doch „das Romanhafte im Leben dieses volkstümlichsten aller österreichischen Erzherzoge, diese … so stark verkitschte Liebesgeschichte mit der Postmeisterstochter Anna Plochl auf das richtige Maß reduzieren“.
Standardwerk ist und bleibt Hans Magenschabs Biographie des Erzherzogs, 1981 noch mit dem Untertitel „Habsburgs grüner Rebell“ erschienen, 2008 in überarbeiteter und textlich umgruppierter Gestalt zu „Erzherzog Johann. Bauer, Bürger, Visionär“ mutiert. Der reich bebilderte Band von Renate Basch-Ritter, „Anna Plochl. Die Frau an der Seite Erzherzog Johanns. Spurensuche durch zwei Jahrhunderte“ führt als „Porträt einer außergewöhnlichen Frau“ Leben und Nachwirkung der aus dem Bürgerstande stammenden Ehefrau Erzherzog Johanns vor. 1998 brachte Victoria von Haan das Reisetagebuch ihres Vorfahren Leopold von Haan als Begleiter Erzherzog Johanns 1837 in Russland und der Türkei mit Dokumenten aus dem Familienarchiv Meran kombiniert heraus, und im Frühsommer 2009 wird die Historische Landeskommission für Steiermark eine Auswahl aus dem Tagebuch Erzherzog Johanns über seine England-Reise 1815/16 präsentieren, als er wichtige Aufschlüsse über die Industrialisierung Großbritanniens gewann und später in der Steiermark umsetzen ließ. Und auch die Ergebnisse der heurigen Symposien zu Leben und Wirken Erzherzog Johanns werden in Buchform vorgelegt werden, um weitere Forschungen anzuregen.
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Wolfgang Arnold
Erzherzog Johann. Sein Leben im Roman
2. Auflage, Leopold Stocker Verlag, Graz-Stuttgart 1980
(ISBN 978-3-7020-0365-4) |
Hans Magenschab
Erzherzog Johann. Bauer, Bürger, Visionär
Styria, Wien-Graz-Klagenfurt 2008 (ISBN 978-3-222-13255-1) |
Renate Basch-Ritter
Anna Plochl
Die Frau an der Seite Erzherzog Johanns. Spurensuche durch
zwei Jahrhunderte. Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz,
2005 (ISBN: 3-201-01845-7) |
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Die
vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen
berichte". (Bestellung)
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