| „Wenn Gott mit mir, was gegen mich?" Der Brandhofer und sein Glaube – ein Interview mit Ururenkelin Maria Cäcilia Trauttmansdorff |
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Der Wahlspruch Erzherzog Johanns
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Frau Trauttmansdorff, Sie befassen sich seit längerem mit dem Thema „Erzherzog Johann und sein Glaube“ – auf welche Quellen und Familienerzählungen können Sie zurückgreifen? Es gibt eigentlich sehr wenige Familienerzählungen, das beste Dokument ist der Brandhof selber – hier hat Erzherzog Johann seinen Glauben am deutlichsten dokumentiert, würde ich sagen. Vor allem mit dem Bau der Kapelle: In diesem Raum und im angrenzenden großen Saal gibt es an der Wand und an den gemalten Fenstern Spruchbänder mit Worten aus der Heiligen Schrift, die ihm offenbar Orientierung für sein Leben gegeben haben. Dass man sich an der Bibel angehalten hat, war ansonsten aber zu Erzherzog Johanns Zeit ganz unüblich. Woher hatte er diese ungewöhnliche Gestaltungsidee, Bibelsprüche auf Spruchbändern an der Wand zu verewigen? Er dürfte sie in England kennen gelernt haben, denn wie ich selbst erst kürzlich erfahren habe, ist es etwas typisch Anglikanisches, Bibelsprüche in Bauten anzubringen. Für uns Kinder waren sie so etwas wie ein stummer Religionsunterricht. Inwieweit hat Erzherzog Johann sich selbst um die Ausgestaltung seiner Hauskapelle gekümmert? Für die Kapelle hat er vom Wiener Bildhauer Böhm seinen Namenspatron, Johannes den Täufer, schnitzen lassen. Vom selben Künstler stammt auch ein Vortragskreuz für eine Dankwallfahrt mit seinem ganzen Hausgesinde nach Mariazell, das heute noch bei Familienwallfahrten mitgetragen wird. Solche Zeichen zu setzen war ihm ganz wichtig. Am Hauptaltar steht – in Anlehnung an den Fischer-von-Erlach-Altar in Mariazell – ein weiteres Kreuz auf einer Weltkugel, angefertigt aus vergoldetem Gusswerker Eisen. Gusswerk hat zu dieser Zeit ein sehr bedeutendes Kunsthandwerk gehabt und schwarze Eisenkreuze produziert, die in der ganzen Gegend aufgestellt wurden; bis Weichselboden hinaus und ebenso bis weit hinter den Seeberg. Überall sieht man sie, und interessant: Sie rosten nicht. |
Maria Cäcilia Trauttmansdorff |
Gertraud Schaller-Pressler |
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Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung) |
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