| Erzherzog Johann und die (Volks-)Musik |
||
Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859) war der einfachen Bevölkerung Zeit seines Lebens verbunden. Diese Haltung dürfte er von seinem Vater Leopold (1747–1792) übernommen haben, der meinte, für einen Regenten sei es wichtig, „sich leutselig zu verhalten, ohne Unterschied alle Leute zu grüßen, auch die Angehörigen des niederen Volkes, […] bei den Volksfesten zu erscheinen, […] den Tanzfesten“. Getreu dieser „Weisung“ notierte Johann etwa am 31. August 1817: „In der Scheuer war ein Bub der schlecht leierte, da tanzten wieder andere, kurz alles war herzlich lustig. Ich sah mit Vergnügen zu, da ich diese Leute sehr gern habe.“ Angeregt von frühen volkskundlichen Beschreibungen wie einer ähnlichen Aktion in Frankreich ließ Johann im Jahre 1811 eine landesweite Bestandsaufnahme durchführen. Dazu wurden Fragenentwürfe an sämtliche steyermärkische Werbbezirke zum Behufe einer physikalischen Statistik dieses Landes mit etwa 90 Fragen zu den Themen Topographisch-Politisches, Physikalisch-Naturhistorisches und Medizinisches, Forstwirtschaftliches, Ökonomisches, Montanistisches sowie Kommerzielles verschickt. Im ebenfalls abgefragten Bereich Religiös-Sittliches wurde besonders auf die „Beschreibung vorzüglicher Lieblingsunterhaltungen und Vergnügungen, ländlicher Spiele und dergleichen des Volkes, mit Mitteilung der gewöhnlichsten oder jedem Ort eigenen Volksgesänge, Nationalmelodien, womöglich mit beigefügter Musik, der Tänze u. a. m[it] Angabe der üblichen musikalischen Instrumente“ Wert gelegt, wobei alles genau so niedergeschrieben werden sollte, wie es die Menschen sangen und spielten. Der vor allem naturwissenschaftlich und historisch umfassend ausgebildete, aber auch von Tanzmeistern und Musikern unterwiesene Prinz interessierte sich laut eigenen Tagebucheintragungen bereits seit 1802 für das Volkslied, seine Sammlung, Verbreitung und somit auch Bewahrung; seiner Meinung nach sollte es „nicht verloren gehen! |
|
|
![]() |
Titelblatt der Erzherzog-Johann-Sammlung von J. N. Geiger, Volkskundemuseum. | |
Eva Maria Hois |
|
|
Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung) |
||