Die Steiermärkische Landesbibliothek
Rückblick und Ausblick
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Als am 26. November 1811 die von Erzherzog Johann am 16. Juli desselben Jahres unterfertigte Stiftungsurkunde für das „Innerösterreichische Nationalmuseum“, das bald darauf nach seinem Gründer „Joanneum“ genannt werden sollte, im Rahmen eines feierlichen Aktes an die steirischen Stände im Landtag überreicht und damit der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung der technisch-naturwissenschaftlichen Bildungsstätte gelegt wurde, kamen nicht nur seine umfangreichen Sammlungen, sondern auch ein Großteil seiner privaten Bibliothek in den Besitz des Landes. So konnte noch vor Beginn der Lehrtätigkeit zu Jahresanfang 1812 die „Lese-Anstalt“ Joanneum ihren Betrieb eröffnen.
Die Buchbestände, die schon in den folgenden Jahren durch zahlreiche umfangreiche Schenkungen meist adeliger Gönner, wie etwa der Grafen Egger, Brigido und Saurau, und ständige weitere Zuwendungen durch den Erzherzog selbst einen beträchtlichen Umfang annahmen, waren von Anfang an nicht nur auf die Unterstützung des Lehrbetriebes, sondern auch auf alle geistes- und kulturwissenschaftlichen Bereiche ausgerichtet. Die Joanneums-Bibliothek sollte sich entsprechend den Statuten „nicht lediglich auf das unmittelbare Bedürfnis der Lehranstalt einschränken, sondern …, da sie als eine der wichtigsten Quellen der Belehrung, des Unterrichtes und der Bildung überhaupt anzusehen ist, sich auch auf andere Gegenstände erstrecken, wenn sie nur nicht gänzlich außer dem Wirkungskreis des Institutes liegen“. Betrug die Zahl der aufliegenden Journale 1812 noch 35, konnten 1844 bereits 207 Titel eingesehen werden.
Besonders bemerkenswert ist der Umstand, dass trotz der rigorosen Zensur während der Metternich-
Ära 16 verbotene ausländische Zeitungen aufgelegt werden konnten. Der 1819 genehmigte „Leseverein am Joanneum“, der durch seinen hohen Mitgliedsbeitrag und durch die große Zahl seiner Mitglieder erheblich zur Popularität und zur Bestandsvermehrung beitragen konnte, festigte bis zu seiner Auflösung 1871 die Verankerung der Bibliothek im Bewusstsein der bildungsbeflissenen Kreise der Bevölkerung des Landes, so dass auch die Verselbständigung der Montanistischen Lehranstalt 1840 und der Technischen Hochschule 1864/65, die zunächst zu einer existenziellen Krise der Bibliothek geführt hatte, letztlich zur Identitätsfindung und weitreichenden Absicherung des Institutes beitrug. Der 1825/26 erfolgte Anbau an der Südseite des Lesliehofes wurde abgetragen; am 26. November 1893 konnte der nach den Plänen von August Gunolt errichtete Neubau eröffnet werden, der sich von Anfang an als zu klein und wenig zweckmäßig erwies.
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Außenansicht der Steiermärkischen Landesbibliothek.
Foto: Schellnegger |
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Die
vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen
berichte". (Bestellung)
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