Andreas Hofer
Junge Stimmen zum „Freiheitshelden“ der Tiroler
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Vor bald 200 Jahren, am 20. Februar 1810, starb Andreas Hofer, der Wirt am Sand aus Passeier. Er wurde auf Befehl Napoleons zum Tode verurteilt und in der Festung zu Mantua erschossen. Damit wurde ein endgültiger Schlussstrich unter die Aufstandsversuche der Tiroler gegen die napoleonisch-bayrische Fremdherrschaft gezogen. Für Jahre versank das Land in Depression und Armut.
Der 14jährige Tobias aus der Mittelschule St. Leonhard in Passeier, dem Heimatort Hofers, schreibt: Wir, als Passeierer sollten ihn nicht vergessen, er ist unser Denkmal.
Inspiriert durch die beginnenden offiziellen Feierlichkeiten zum 200jährigen Gedenkjahr an die Freiheitskämpfe der Tiroler widerspiegelt diese Aussage die Meinung vieler Jugendlicher. Keine andere historische Persönlichkeit im Lande ist ihnen mit seinem Namen und Aussehen so vertraut wie der Sandwirt Andre Hofer.
Er war und ist der Inbegriff für die männliche Tapferkeit, die bereit ist, auch in den Tod zu gehen, aber auch für die unkritische, gottesfürchtige, loyale Ergebenheit seinem „angestammten“ Kaiserhaus Österreich gegenüber. Dieser Wert der Treue der politischen und religiösen Institutionen gegenüber ließ Hofer für die Tiroler Nation bis heute unsterblich werden.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde besonders dieser Wert herangezogen, um Hofer mit einem glorifizierenden Mythos zu umgeben, der ihn zum „wahren Tiroler“ hochstilisiert. Im Gedenken an sein schicksalhaftes Leben verfehlt er bis heute nicht seine Wirkung. Die Gefahr der Vereinnahmung durch parteipolitisches, rechtsorientiertes, populistisches Gedankengut ist heute wieder sehr groß.
Besonders männliche Jugendliche auf der Suche nach verbindender Gemeinschaft erliegen ihr leicht, denn das „gemeinsame harte Schicksal“ – für welches „unser Hofer“ steht – schweißt zusammen.
So zeigt sich unter den Jugendlichen ein indifferentes Bild über den Helden. Das historische Faktenwissen ist sehr oberflächlich und beschränkt sich oft auf verzerrende, unreflektierte Episoden aus Hofers Leben.
Verrat Hofers
Eine besondere emotionale Betroffenheit löst auch bei den Jugendlichen der Verrat Hofers durch einen „unguten“ Landsmann aus. Die Gestalt des Verräters Franz Raffl ist historisch belegt, wurde aber in besonders moralisierender Weise in einen religiösen Kontext gebracht. Dabei war die mentale Nähe Hofers zur Jesusgestalt beabsichtigt. Die Betroffenheit über dieses verwerfliche Tun verfehlt auch heute nicht ihre erzieherische Wirkung.
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Kreidezeichnung von Placidus Altmutter (1780–1819)
Foto: kk
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Andreas Hofers Erschießung am 20. Februar 1810 in Mantua in Oberitalien,
nachdem er auf der Pfandleralm in Südtirol gefangen genommen worden war.
Foto: kk |
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Die
vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen
berichte". (Bestellung)
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