Erzherzog Johann 2009

 

Seit vier Jahren sucht das Steirische Volksbildungswerk Zukunftsgemeinden in der Steiermark. 2008 ging es einen Schritt weiter. Gefragt waren Berichte über Zusammenarbeit in Kleinregionen.
Im Themenkatalog standen Kultur, Klima und Wirtschaft. Der Hintergrund ist, dass gewisse Aufgaben der heutigen Zeit von kleinen Gemeinden nicht gut lösbar sind, dass ein übersteigerter Konkurrenzkampf zwischen Nachbarn unwirtschaftlich ist und Mittel verschwendet. So kristallisiert sich manche Notwendigkeit zur Zusammenarbeit heraus. Wo auch der Wille zur Kooperation vorhanden ist, gibt es Erfolge. Der Gemeindewettbewerb des Steirischen Volksbildungswerks will diese Entwicklung bewusst machen und fördern. Dieses Heft der steirischen berichte erzählt davon.
Die Welt von heute ist widersprüchlich wie eh und je. Einerseits wird das Ideal der Selbstverwirklichung verkündet, die jedem und jeder ein glückliches Leben bescheren soll. Auf der anderen Seite frisst der Sog der Globalisierung viele Menschen auf, nimmt ihnen Chancen auf Selbstbestimmung. Wir bewegen uns auf verschiedenen Ebenen. Es gibt die globale Ebene und es gibt den Kontinent, für uns Europa. Es wird noch lange den nationalen Staat geben und die nächstkleinere Einheit, bei uns das Bundesland. Darunter liegt die Palette von der großen Stadt bis zur kleinen Region. Ich kann innerhalb der Steiermark zu einer kleinen Region gehören oder Grazer sein, ich kann in Österreich mich als Steirer fühlen, im Ausland als Österreicher, auf einem anderen Kontinent als Europäer. Je nach Situation gibt es parallele Ebenen so, wie wir Menschen ein Stück Fernweh oder ein Stück Heimweh in uns tragen.
In der großen Welt mit ihren Rücksichtslosigkeiten gibt es nicht wenige Menschen, die eine sichere Bleibe suchen. Das, was man auch Heimat nennt. Die kleine Region kann diese Sehnsucht erfüllen.

Dem Steirischen Volksbildungswerk ist für viel Arbeit zu danken, seinem Geschäftsführer Kamillo Hörner, Gerald Gölles, dem Erfinder des Gemeindewettbewerbs, und ihren Mitstreitern.


Foto: Jungwirth

Kurt Jungwirt