Umwelttechnik, Umwelttechnologie und Green Jobs


Vortrag Symposion

Was soll eigentlich unter den Modebegriffen „Umwelttechnologie“ oder „Green Jobs“ verstanden werden und was nicht?

Ing. Josef Heissenberger ist Geschäftsführer der Komptech GmbH. Komptech ist ein führender internationaler Technologieanbieter von Maschinen und Systemen für die mechanische und mechanisch-biologische Behandlung fester Abfälle und Biomasse.

Foto: Komptech GmbH

Umweltpolitik und Umwelttechnologie, wie wir sie heute verstehen, sind verhältnismäßig neue Erscheinungen, die insbesondere im deutschsprachigen Raum Mitte der 80er Jahre in die Welt gekommen sind. Es ist ein historisches Verdienst der ersten Grünbewegungen, die die Menschen in Bezug auf unsere Umwelt sensibilisiert haben. In Österreich waren es z. B. die Ereignisse rund um Zwentendorf und Hainburg. Es war die beginnende Erkenntnis von immer mehr Menschen, dass eine intakte saubere Umwelt einen Wert an sich darstellt und dass diese einen erheblichen Teil unserer Lebensqualität bildet. Es war aber auch die Erkenntnis, dass es so etwas wie Verantwortung für die Zukunft gibt, für das, was wir zukünftigen Generationen hinterlassen. Der Begriff Nachhaltigkeit wurde geboren. Nachhaltigkeit in Bezug auf eine lebenswerte, saubere und intakte Umwelt, vor allem auch für zukünftige Generationen, und Nachhaltigkeit im Umgang mit den begrenzten natürlichen Ressourcen. Alles, was zu einer diesbezüglichen Verbesserung beiträgt, kann unter diese Begriffe subsumiert werden, alles andere eigentlich nicht. Zu den Kernbereichen bei Komptech zählen die Abfallbehandlung und die erneuerbaren Energien (Biomasse). Unter optimalem Ressourcenmanagement versteht man neben allgemeiner Abfallvermeidung:

  • stoffliches Recycling

  • energetische Verwertung mit hoher Energieeffizienz (waste to energy) und nicht Abheizen von Abfall in herkömmlichen Müllverbrennungsanlagen mit schlechtem Energienutzungsgrad

  • nachhaltige Beseitigung der verbleibenden Reststoffe

Gerade der steirische Weg kann hier als beispielgebend gelten. Der Bereich erneuerbare Energien ist für die Steiermark als waldreichstes Bundesland besonders wichtig. Nutzung der in der Biomasse gespeicherten Sonnenenergie in verhältnismäßig kleinen bis mittleren Anlagen zur Produktion von Wärme (Raumwärme) und Strom und damit Ersatz von importierten und sich verknappenden fossilen Energieträgern durch lokal vorhandene Ressourcen. Ein Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist hier am leichtesten möglich, im Gegensatz zum Verkehr, wo dies wesentlich schwieriger ist. Dazu gibt es in Europa folgenden politischen Rahmen:
Aktuelle Ziele der EU bis 2020: plus 20% mehr erneuerbare Energie (Erhöhung von 8 auf 20% des Gesamtenergieverbrauchs) minus 20% Energieverbrauch durch Effizienzsteigerung minus 20% weniger CO2
Aktuelles Ziel für Österreich: Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energie von 23% auf 34%. Dieses Ziel sollte auch in der Steiermark nicht in Frage gestellt werden, wie es von einigen Interessengruppen gefordert wird, vor allem auch nicht in Hinblick auf die möglichen Green Jobs, die hier entstehen können.

Josef Heisenberger

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung)