Mit welchen Jobs aus der Krise?


Vortrag Symposion

Dass die Steiermark durch die aktuelle Wirtschaftskrise stärker betroffen ist als das übrige Österreich dokumentieren die Arbeitslosenzahlen: Der Anstieg in der Steiermark liegt um gut ein Drittel über dem österreichischen Durchschnitt und hat im zweiten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr die Marke von 40 Prozent erreicht. Hinter diesen Zahlen verbergen sich vor allem die Produktionsrückgänge im Automotive-Sektor und in der Grundstoffindustrie. Beides sind Indikatoren für eine Wirtschaftsstruktur, die wegen ihrer Exponiertheit besonders verletzbar ist.

Dr. Stefan Schleicher ist Universitätsprofessor für Volkswirtschaft am Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel an der Karl-Franzens-Universität Graz und Konsulent am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung

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Die meiste Zeit, nämlich zu rund 97 Prozent, stehen sie, so dass die Bezeichnung „Stehzeuge“ eher angebracht wäre als „Fahrzeuge“.

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Der Anfang vom Ende eines obsoleten Wirtschaftsstils

Es brauchte einige Zeit zur Einsicht, dass die gegenwärtige Wirtschaftskrise – die schwerste seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – mehr ist als nur ein konjunkturelles Tal. Diese Erkenntnis trifft die Profession der Ökonomen, denen zu Recht der Vorwurf zu machen ist, dass sie nicht rechtzeitig Warnsignale ausgeschickt haben. Solche wären nicht nur für die Vorgänge auf den Finanzmärkten, sondern für weiteste Bereiche des gegenwärtigen Wirtschaftsstils erforderlich gewesen. Diese Erkenntnis trifft die politischen Entscheidungsträger, deren Unverständnis und Hilflosigkeit sich beispielsweise in den europaweiten Verschrottungsprämien für Autos manifestieren. Die aufzuarbeitenden politischen Altlasten betreffen nicht nur riskante Finanzgeschäfte mit Steuergeldern, sondern mindestens ebenso die Unterstützung von gewagten industriellen Monokulturen, wie beispielsweise im Automobilbereich. Zentrale Indikatoren, mit denen wir gewohnt sind, den Zustand von wirtschaftlichen Aktivitäten zu beurteilen, haben ihr Ablaufdatum erreicht. Es hilft nicht mehr, auf die Indikatoren der Produktion – von den Autos bis zum Brutto-Inlandsprodukt – zu blicken, denn die wenigen Pluswerte können nicht mehr verschleiern, dass die vorhandenen Produktionskapazitäten nicht ausgelastet sind und die Arbeitslosenraten auf hohem Niveau stagnieren. Es hat sich herumgesprochen, dass die Schlüsselzahlen in den Bilanzen des Finanzsektors – von den Gewinnen bis zu den Vermögenswerten – die Qualitäten von Creative Accounting aufweisen und die bisherigen Milliarden für Rettungsaktionen nicht viel mehr als die Anzahlung für die große offene Rechnung sein könnten. Die fundamentalen Fragen, denen sich jede Wirtschaft zu stellen hat, werden neu zu stellen sein: Wie, wodurch und für wen soll Wohlstand entstehen? Viele der dafür schnell gegebenen Antworten werden sich als verschrottungsreif erweisen. Anhand von zwei Schlüsselbereichen unserer Wirtschaft sollen Beispiele für ein Redesign unseres Wirtschaftsstils sichtbar werden.

Stefan Schleicher

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung)