Green Jobs - Jobs mit Zukunft


Vortrag Symposion

Wir erleben gegenwärtig eine Wirtschaftskrise, die zwei andere Krisen, nämlich die Energiekrise und den Klimawandel, medial überlagert. Die globalen Finanztransaktionen und -spekulationen haben zum größten Einbruch des Wirtschaftswachstums seit 1929 geführt; der globale Ressourcenverbrauch bewirkt einen Mangel an den herkömmlichen fossilen Energieformen (Erdöl, Erdgas) und die globale Erderwärmung (aufgrund des Verbrauchs der fossilen Brennstoffe) ist spätestens seit der Überreichung des Friedensnobelpreises für den Weltklimarat (und an Al Gore) im Jahr 2007 ein Faktum.

1. Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer
Foto: Land Steiermark

=> Vorschlag 3er Initiativen

 

Eine auslaufende Form der Energiegewinnung.
Foto: cc

Erst vor kurzem hat sogar die UNO-Vollversammlung den Klimawandel in einer Resolution als Gefahr für die weltweite Sicherheit eingestuft. Jede Zeit und jede Generation hat ihre eigenen, unvergleichbaren Problemstellungen, die es zu lösen gilt. Die Fakten für unsere Aufgaben liegen auf dem Tisch.

Es ist Zeit zum Handeln:

  • Wir haben die höchste Arbeitslosenquote seit langem, mit z. B. 7,0% Arbeitslosen-Quote in der Steiermark (6,6% Österreich) und 35.411 vorgemerkten Arbeitslosen (Mai 2009); besonders die Jugendarbeitslosigkeit ist angestiegen (+ 52,27% zum Vergleichsmonat des Vorjahres!). Es gibt 631 Lehrstellensuchende in der Steiermark (+ 31,73% im Vergleichsmonat Mai des Vorjahres) bei nur 270 offenen Lehrstellen.
  • Wir haben mehr als 750 Mrd. Tonnen CO2 in der Luft und jährlich kommen über 24 Mrd. Tonnen dazu. Österreich hat das Kyoto-Ziel verfehlt und bläst jährlich 88 Millionen Tonnen CO2 in die Luft. Die Klimaschutzzertifikate zur Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen werden uns noch sehr teuer zu stehen kommen (geschätzte 2 bis 3 Milliarden Euro bis 2012).
  • Die Erderwärmung nimmt zu, wir spüren die Folgen mit den Stürmen Paula und Emma oder den heurigen Überschwemmungen und den Unwettern bereits jetzt, bei einer Erwärmung von erst etwa einem Grad. Bis 2100 wird aber ein Temperaturanstieg von 2 bis 3 Grad prognostiziert.
  • Der Ölpreis hatte noch knapp vor einem Jahr, am 3. Juli 2008, sein Allzeithoch mit 145,29 US-Dollar pro Barrel, die Abhängigkeit von Öl und Gas wurde uns dramatisch vor Augen geführt (derzeit bei 70 US-Dollar pro Barrel). Die Internationale Energieagentur (IEA) hat im Vorjahr Alarm geschlagen: „Schneller als erwartet könnte der Welt das Öl ausgehen – die Gefahr einer Versorgungskrise wächst.“

Verantwortung wahrnehmen

Wir haben auch eine Verantwortung, nicht nur für die Gegenwart, sondern vor allem für die kommenden Generationen, die die Veränderungen auf dieser Welt bewältigen und lösen werden müssen. Die Probleme sind auf regionaler Ebene lösbar; gerade in den Gemeinden und Kleinregionen, für die ich als Gemeindereferent zuständig bin, passiert unglaublich viel auf diesem Gebiet, ich denke nur an die Ökoregion Kaindorf oder an das Almenland oder an die Energieregion Weiz-Gleisdorf.


Ich schlage daher konkret drei Initiativen für die Steiermark zu den „Green Jobs“ vor, die ich kurz skizzieren will:

I. Jugendprogramm Green Jobs
Steirische Unternehmen aus dem Stärkefeld Energie- und Umwelttechnik sollen bei der Anschaffung neuer Lehrplätze besonders unterstützt werden. Damit sollen jene Jugendlichen eine Chance bekommen, die auf der Suche nach einem Lehrplatz in diesem Zukunftsgebiet sind. Mit der Verdoppelung des Blum-Bonus von EUR 2.000,- pro neu geschaffenem Lehrplatz und einer deutlichen Erhöhung der Basisförderung sollen bis Ende 2010 rund 600 Green-Jobs-Lehrstellen geschaffen werden. Dafür werden wir ein Budget von 3 Mio. Euro zur Verfügung stellen.

II. Zukunftsfonds-Call „Green Styria 2009“
Der Zukunftsfonds des Landes wird einen eigenen Call „Green Styria – Ressourceneffizienz & Erneuerbare Energien“ im Gesamtvolumen von 3 Mio. Euro ausrichten. Damit sollen innovative Unternehmen und Forschungsgruppen bzw. -Institute in der Steiermark angeregt werden, Projekte für diesen Themenbereich beim Zukunftsfonds einzureichen. „Grüne Innovation – made in Styria“ ist gefragt!

III. LEADER-ENERGIE-CALL 2009
Über meine Anregung werden ich und LH Mag. Voves als Ressortverantwortliche einen „LEADER-ENERGIE-CALL 2009“ zu dem Thema „INNOVATIONEN IM ENERGIEBEREICH“ ausloben. Über die LEADER-Förderschiene können Innovative Umsetzungskonzepte zu Energieregionen (1), Technologische Entwicklungen (2) oder modellhafte Pilotinvestitionen (3) von den Leader-Regionen eingereicht werden. Insgesamt stehen 1 Mio. Euro an Fördermitteln (EU- und nationale Mittel) zur Verfügung, die in diesen drei Kategorien vergeben werden. Gefördert werden max. 50% der Projektkosten. Eine unabhängige Jury wird die besten Konzepte bewerten und zur Förderung vorschlagen. Die Ausschreibung wird in Kürze starten, und ich erwarte mir eine Fülle von guten eingereichten Projekten. Damit setzen wir auch in LEADER einen Schwerpunkt auf erneuerbare Energien und Umsetzungsmodelle, die für die Green Jobs von großer Bedeutung sind. Das Symposion soll der erste Anstoß sein, Green Jobs in der Steiermark zu forcieren.

Hermann Schützenhöfer

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung)