Nachhaltigkeit kommt!
Wie gesellschaftliche Verantwortung Unternehmen und Arbeit sichert
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Vortrag Symposion |
Die vergangenen Dekaden der globalen Marktliberalisierung unter dem Motto „the business of business is business“ haben unmissverständlich gezeigt, dass die unsichtbare Hand des Marktes nicht von oben nach unten, sondern vielmehr in die umgekehrte Richtung verteilt. |

Dr. Alfred Strigl von plenum begleitet Menschen auf ihrem Weg einer ganzheitlich-nachhaltigen Entwicklung. In Bildungs-, Beratungs- und Forschungsprojekten hilft plenum Unternehmen und Organisationen nachhaltige Wirtschaftsstrukturen, Organisationskulturen und Managementprozesse aufzubauen und dauerhaft erfolgreich zu etablieren.
Foto: plenum |
Sozial zweifelhafte Lebens- und Arbeitsbedingungen sind, ebenso wie globale ökologische Krisen, Zeichen unserer Zeit und Ausdruck einer Entwicklung, die in vielen Belangen als nicht dauerhaft durchzuhalten gesehen wird: von den Menschen nicht und von der belebten Natur nicht. Armut und Elend, Klimawandel und Naturkatastrophen, Finanzkrise und Firmenkollapse, Megaslums und Verwüstungen fordern uns Menschheit dramatisch zum Umdenken auf. Tiefe Nachhaltigkeit, wirklich zukunftsfähige Entwicklung will in die Welt gebracht, will erlernt und Realität werden. Grünes, nachhaltiges Wirtschaften spielt dabei unbestritten eine Schlüsselrolle. Durch wirtschaftliche Verbindungen werden nationale Grenzen wesentlich schneller überwunden als durch politische. Die Wirtschaftswelt scheint flexibler und anpassungsfähiger als die bürokratischen Strukturen des öffentlichen Sektors. Das Erkennen und Nutzen gesellschaftlicher Megatrends, das Schaffen neuer Produkte und Dienste, ja das Kreieren neuer Lebensstile wird stark von wirtschaftlichen Interessen geleitet. Daher soll es nicht wundern, wenn eine nachhaltige Entwicklung nur gemeinsam mit der ökonomischen Zunft und durch die Schaffung von „green & sustainable jobs“ möglich ist.
Aktive, risikofreudige Pioniere finden sich oft an der Spitze von jungen Unternehmen. Durch solche Menschen und Unternehmen wird tatsächlich Zukunft erschaffen. Zugleich hinterfragen immer mehr die konventionellen Werte im Spiel um Macht, Standortvorteil und Gewinnmaximierung. Eine neue Generation nimmt ihre Chance aktiv wahr, als Gestalter eines gesellschaftlichen Wandlungsprozesses - hin zu echter Nachhaltigkeit. Hier paart sich Menschenliebe mit Unternehmertum. Wer heute sagt, Wirtschaft hat nichts mit Ehre, Handschlag und Sinnerfüllung zu tun, gehört zur aussterbenden Gruppe der Wirtschafts-Dinosaurier. Ein neues Zeitalter bricht an, wo sich Vorstände und Arbeiter wieder in die Augen schauen können.
Verantwortung übernehmen, also die Folgen für seine Handlungen persönlich zu tragen, dazu fordert ein nachhaltiger Wirtschafts- und Lebensstil auf. Dies ist keine leichte Aufgabe. Wer denkt schon immer an die Folgen? Genussvolles Raffen, maßlose Gier, verschwenderischer Konsum prägen vielmehr das Klischeebild eines entfesselten Kapitalismus und fördern tagtäglich unsere Unachtsamkeit und Vernebelung. Und dennoch versuchen immer mehr Unternehmen uns einzureden, wie nachhaltig, wie verantwortungsbewusst und zukunftstauglich sie agieren.
Viktor Adler hat einmal gemeint: „Es ist nicht möglich, jemanden wirklich zu überzeugen oder zu überreden, solange man dem Menschen nicht auch - tatsächlich - zeigen kann, was man dadurch meint. Man muss tun und sein, worüber man spricht!“ Doch sind die Unternehmen schon dort, wo sie oft vollmundig vorgeben zu sein? Verantwortung unternehmen bedeutet, sich und sein Tun bewusst zu führen, bedeutet nachhaltig zu handeln. Nachhaltigkeit gelingt oder fällt mit der Führung. Und hinter jeder Art der Führung steht eine vertiefte Wertediskussion. In einer sich dynamisch verändernden Welt wird es immer notwendiger, gemeinsame, orientierende Werte der „Lebensfreundlichkeit“ und „Nachhaltigkeit“ zu definieren und nach diesen - in der Tat - auch zu handeln. Frei nach Frankl: „Das Leben fragt. Unser Handeln gibt die Antwort.“ Nicht die schönste Rede, nicht die süßesten Verlockungen der virtuellen Welten werden uns da helfen. Heute wissen immer mehr, dass wir die Plünderung der letzten Refugien nur dann verhindern, die Achtung von Würde und Scham nur dann wiedergewinnen, wenn wir nicht alles tun, was wir können, einfach, weil wir es nicht mehr wollen. Die „Wertefrage“ darf nicht einzelnen Meinungsmachern in Medien, Politik und Wirtschaft überlassen werden, sondern muss breit diskutiert werden. Jeder Mensch ist aufgefordert, in sich zu gehen und für sich zu definieren, wofür er/sie steht.
Die innere Standortbestimmung wird zur eigenen Haltung. Und Werthaltungen prägen bekanntlich Verhältnisse. Eine lebensfreundliche, zukunftsorientierte, geistesgegenwärtige Grundhaltung, in der Lebensqualität, Schönes, Wahres und Gutes gemeinsam Platz haben, wo nicht maximales Gewinnen, sondern optimales Sein, nicht alles Haben, sondern gutes Leben im Mittelpunkt stehen, wird uns den Kontinent der Nachhaltigkeit erschließen helfen. |
Die
vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen
berichte". (Bestellung)
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