Unbegrenzte Bedürfnisse in einer begrenzten Welt
Das Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie
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Die Wirtschaft hat seit jeher die Aufgabe, das Spannungsverhältnis zwischen begrenztem Gütervorrat und unbegrenzten Bedürfnissen zu minimieren. Dazu war es auch seit jeher notwendig, immer wieder neue Energiearten zu erschließen. Dabei gibt es ungeheure Fortschritte, und der heute zur Verfügung stehende Gütervorrat ist größer als jemals zuvor. Wir verfügen über Möglichkeiten, von denen die Vorfahren nur träumen konnten. Hätte man einem Bürger vor 200 Jahren gesagt, was ihm heute für konsumierbare Annehmlichkeiten zur Verfügung stünden, er hätte sicher geglaubt, das müsse das Paradies sein ... |

Der Begriff „Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft“ wurde erstmals im Rahmen der sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus der Not der Waldvernichtung entwickelnden Forstwirtschaft formuliert.
Foto: Malene |
Heute leben wir in diesem Paradies und sehen, dass es gar nicht so paradiesisch ist. Unser Paradies zeigt auch höllische Züge. Dies aus zweierlei Gründen: Einerseits müssen wir damit leben, dass unser Bedürfnissystem ein Fass ohne Boden ist. Die Befriedigung bestehender Bedürfnisse verursacht nur für kurze Zeit Zufriedenheit. Sehr bald regen sich neue, noch anspruchsvollere Bedürfnisse. Unsere Gesellschaft ist keineswegs von Zufriedenheit geprägt, obgleich wir – verglichen mit vorangegangenen Wirtschaftsperioden – durchaus im Überfluss leben. Der zweite Grund für die Zweifel an unserem Paradies sind die zunehmend sichtbar werdenden externen Kosten unserer Art, Wirtschaft zu betreiben.
Zwar hat es immer schon die Sorge um die Ausschöpfung der zu Ende gehenden Ressourcen gegeben. Auch Umweltprobleme sind nicht neu, letztere erfahren aber angesichts des Klimawandels eine dramatische Steigerung.
An manchen Fehlentwicklungen mögen auch die ökonomischen Doktrinen mit schuld sein. In den wirtschaftstheoretischen und wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte hat man sich im Wesentlichen auf die beiden knappen Produktionsfaktoren „Arbeit“ und „Kapital“ konzentriert.
Der Nationalökonom Manfred Timmermann verwies mit Recht darauf, dass der Produktionsfaktor „Natur“ in Vergessenheit geraten ist. Der Begriff „Ausbeutung der Arbeit“, welcher vor allem im 19. Jahrhundert diskutiert wurde, hat zwar nicht an Aktualität, aber immerhin an Brisanz verloren. Hingegen ist das Schlagwort von der „Ausbeutung der Natur“ etwas, was die Menschen der Gegenwart ungeheuer bewegt. Luft, Wasser, Landschaft und natürliche Rohstoffe sind schon längst keine freien Güter mehr, welche zur gedankenlosen Nutzung einladen. Durch die zunehmende Industrialisierung und die Bevölkerungsexplosion ist der Produktionsfaktor „Natur“ knapp geworden. Die Verwendung der natürlichen Ressourcen muss daher einen angemessenen Stellenwert im Konzept der Wirtschaftspolitik erhalten.
Aus der Geschichte lernen
Immer schon haben sich gedankenloser Verbrauch von Ressourcen oder Sünden gegen die Umwelt gerächt.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Verkarstung. Das Holz war nicht nur als Baustoff für Häuser, Schiffe usw. von überragender Bedeutung, sondern zugleich der wichtigste Energieträger. Die Venezianer haben durch ihren Raubbau zur Verkarstung weiter Landstriche beigetragen.
Der Holzmangel behinderte die frühe Industrialisierung in Großbritannien. Hier war man, nachdem die Waldbestände dezimiert waren, auf Holzimporte aus Skandinavien angewiesen. Nicht zuletzt angesichts der „Kontinentalsperre“ musste die Suche nach alternativen Lösungen forciert werden. Dies war an sich verblüffend naheliegend, denn die englischen Industriezentren lagen in der Nähe der Kohlelagerstätten. Der legendäre Industrielle Abraham Darby aus dem Gebiet um Ironbridge hatte bereits durch die von ihm im industriellen Bereich erstmals angewandte Technik der Verkokung die Kohle auch für die Hochöfen nutzbar gemacht. Unter dem Druck der Holzknappheit setzte sich sein Modell sehr schnell in England durch.
Dies mag ein Beispiel dafür sein, dass seit jeher ein dramatischer Mangel an Ressourcen den menschlichen Innovationsgeist beflügelt hat.
In vielen Bereichen gibt es heute eine freundlichere Umweltsituation. Reines Wasser, gesäuberte und befestigte Straßen, regelmäßige Entsorgung des Abfalls – all dies sind relativ junge Errungenschaften. Es gehörte noch lange zur normalen bürgerlichen Ausrüstung, über ein paar Stelzen zu verfügen, auf welchen man durch die kotübersäten und morastigen Straßen gehen konnte. Noch im 18. Jahrhundert gab es in den meisten europäischen Städten noch keine Wasserleitungen, und in städtischen Wasserbehältern fand man verweste Katzen und Ratten. Vor allem in Großstädten gab es eine arge Beeinträchtigung der Lebensqualität. So litt man im Winter unter besonders schlechter Luftqualität, wenn es aus unzähligen Kaminen qualmte. Hier hat der Fortschritt der Technologien viel zur besseren Lebensqualität beigetragen.
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Die
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