| Schach: Eine Blume für den Präsidenten |
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Kurt Jungwirth ist fasziniert von Schach. Von den sportlichen Herausforderungen des Wettkampfs, von der nicht fassbaren Fülle der Spielzüge, von der Ästhetik der geometrischen Spiellinien und der gedanklichen Verknüpfungen. |
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Ein Präsident der Jugend: Kurt Jungwirth beim Generationenturnier 2009 vor dem Palais Attems in Graz. |
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Das Erlernen dieses wohl komplexesten Brettspiels ist eine große Bereicherung für die Entwicklung der Persönlichkeit eines jungen Menschen. Er spielt in einer Gemeinschaft, in einem Verein, er stellt sich einer Herausforderung und er muss gewinnen, aber vor allem auch verlieren lernen. Meisterschaften gibt es für Kinder der Volksschule genauso wie für Senioren. Für die Rahmenbedingungen dieser Sportart sind die Funktionäre zuständig. Der Schachpräsident Seit 1971 ist Prof. Kurt Jungwirth Präsident des Österreichischen Schachbundes. In Buenos Aires wurde er 1978 Vizepräsident der FIDE, der internationalen Schachföderation. 1985 gründete er mit dem Schweden Littorin in Graz die European Chess Union ECU, von 1986 bis 1998 war er deren Präsident – um keine seiner Funktionen hat er sich je beworben. Europa reicht in der Gedankenweite Kurt Jungwirths vom Atlantik bis zum Ural, umfasst Israel ebenso wie Palästina, was ihm einige Schwierigkeiten einbrachte. Die Sowjetunion zog zunächst nicht mit. Aber der Vielsprachige, zu dessen Repertoire auch Russisch zählt, konnte freundschaftliche Kontakte zu den sowjetrussischen Spielern und Funktionären aufrechterhalten, legendär sein Remis im Spiel gegen den regierenden Schachweltmeister Anatoli Karpow – und mit der Wende lösten sich auch diese Probleme. Für Europa war er von 1990 bis 1998 Kontinentalpräsident der FIDE, seit 1998 ist er Mitglied des Ehrenpräsidiums der FIDE. Ein beharrlicher Einsatz für die Verständigung zwischen einander fremden Ländern und Kulturen, oftmals feindliche Grenzen überwindend. Das Schachbrett Vom unerschöpflich fantasievollen Spiel am Schachbrett zu unerschöpflich fantasievollen Spielformen in der Natur, die an das Schachbrett erinnern. Ein schwarz-weiß gemusterter Schmetterling aus der Familie der Augenfalter wird Schachbrett (Melanargia galathea) genannt. Die Augenfalter sind meist braune Schmetterlinge mit auffallenden Augenflecken, wie der in unseren Bergen häufige Mohrenfalter, das Ochsenauge oder das schön gezeichnete Schachbrett. Die Vorderbeine der Augenfalter sind zu bürstenartigen Putzpfoten verkürzt und zum Laufen nicht geeignet. Die Schachbrettfalter sind in Kontinentaleuropa verbreitet, aber auch in Südengland und in Nordafrika sowie im nördlichen Teil Kleinasiens. Ihr Vorkommen erstreckt sich von Meeresniveau bis zu 1.600 oder 1.700 Meter Höhe. Die Schachbrettfalter, mit einer Flügelspannweite von etwa 40 bis 50 Millimetern, sind in Mitteleuropa häufig, man findet sie auf nicht zu feuchten Wiesen und Lichtungen vorwiegend kalkhaltiger Böden. Sie sitzen oft auf Flockenblumen, Skabiosen oder Disteln und saugen Nektar. Die Färbung und Zeichnung des Schachbretts kann sehr wechselhaft sein, von dunkelbraun bis schwarz im dunklen Teil, von weiß bis gelblich in der hellen Grundfarbe. Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen und auf der Flügelunterseite undeutlicher gezeichnet. Die Weibchen lassen ihre Eier ungezielt über Grasland fallen. Die Raupe verbirgt sich vor ihren Feinden, indem sie nur nachts frisst. Die Falter fliegen in einer Generation von Ende Juni bis August. Ihr Lebensraum wird zunehmend eingeschränkt – durch Düngung und intensive landwirtschaftliche Nutzung werden immer mehr nährstoffarme, aber blumenreiche Wiesen zu artenarmen Fettwiesen. Wie fast alle unsere Tagfalter ist das Schachbrett in seinem Bestand stark gefährdet. Die Schachblume Die Schachblume (Fritillaria meleagris) ist eine Europäerin. Sie ist von England über Frankreich, Mitteleuropa bis in den Kaukasus verbreitet, im Norden findet man sie noch um Stockholm, im Süden bis nach Montenegro. Am dichtesten ist der Bestand im unteren Loiretal in Frankreich, mit bis zu 85 Exemplaren pro Quadratmeter. In Deutschland liegt das größte zusammenhängende Vorkommen in den Feuchtwiesen und Flussauen des Sinntales im Spessart, im bayrisch-hessischen Grenzgebiet. In Österreich kommt sie in der Oststeiermark, in Großsteinbach (dort sogar im Gemeindewappen), und im Südburgenland vor. Seit 2005 besteht eine Schachblumen-Partnerschaft zwischen den Gemeinden Obersinn und Großsteinbach. Die Schachblume ist ein Liliengewächs, ihr lateinischer Gattungsname Fritillaria bedeutet Würfelbecher und ihr aus dem Griechischen kommender Artname meleagris heißt Perlhuhn, damit ist die Blüte sehr anschaulich beschrieben. Aus einer kleinen Zwiebel von ein bis zwei Zentimetern Durchmesser treibt im Frühjahr ein 15 bis 30 Zentimeter langer Stängel, an dem vier bis fünf schmalrinnige, graugrün gefärbte Blätter stehen. Von April bis Mai entwickeln sich die Blüten, die schachbrettartig purpurrot-weiß gefleckt sind. Selbst bei der seltenen völlig weißen Form ist das Schachbrettmuster noch schwach erkennbar. Eine Pflanze braucht fünf bis acht Jahre bis sie zum ersten Mal blüht, für knappe zwei Wochen; ob sie das im darauf folgenden Jahr auch tut, lässt sich nicht voraussagen – das macht die Schachblume zu einer besonderen Kostbarkeit. Durch die Trockenlegung von Sumpf- und Auwiesen ist ihr Bestand gefährdet, dazu trägt auch die Überdüngung der Böden bei. In Österreich ist die Schachblume vom Aussterben bedroht. Das gilt aber keineswegs für das Schachspiel, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Im August 2009 wurden in Anwesenheit von Präsident Jungwirth die 7. EU-Jugendmeisterschaften in Mureck eröffnet, ein Bewerb, der auf seine Idee zurückgeht und 2003 das erste Mal in Graz stattfand. Diesmal nahmen bereits 242 Kinder und Jugendliche aus 21 europäischen Ländern teil. Durch das Königliche Spiel längst geadelt, sollte man Kurt Jungwirth das Recht verleihen, in seinem Wappen die Schachblume zu führen. |
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Übrigens den Schutz der Schachblume in Großsteinbach hatte Kurt Jungwirth verordnet, in seiner Zeit als Naturschutzreferent der Landesregierung. Foto links: Schachblume in Großsteinbach. Foto rechts: Schachbrettfalter. Fotos: Heinz Habeler |
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Gertraud Schaller-Pressler |
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Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung) |
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