Pop business und Volkskultur |
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Im Morgenjournal des Hörfunks bringt der ORF acht Minuten Kultur. Österreichische Kultur kommt dabei fast ausschließlich aus Wien, Hauptstadt ist Hauptstadt. International wird mit erstaunlicher Regelmäßigkeit irgendein neuer amerikanischenglischer Film voll Bewunderung angepriesen. Kino aus Frankreich, Italien, Spanien, Kultur aus Europa – womöglich gar aus dem sogenannten Osten – findet dort nicht statt. Dieser ewig gleiche Morgengruß ist quasi der Schuhlöffel für das Tagesprogramm. In ORF 1 läuft ja Tag und Nacht serienweise Ramsch aus den USA. Man kommt sich bei diesem Programm vor wie in einem Provinzkaff im amerikanischen Mittelwesten. Das musikalische Programm in Ö3 und Umgebung bietet ähnlichen Eintopf. Ohne Unterlass werden dort englisch-amerikanische Schnulzen abgespult. Der Beat trommelt einem das Hirn aus dem Leib, wie stundenlanger preußischer Gardemarsch. Warum die Selbstunterwerfung unter diese Dampfwalze? Wegen der Einschaltziffern für die Werbung? Die kann man, wenn man sich anstrengt, auch auf andere Weise erreichen. Und wenn schon Pop, warum nicht mehr aus Österreich, warum nicht aus ganz Europa? |
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Kunst ist Geschäft ist Kunst Im anglo-amerikanischen Raum hat sich das Sammelsurium eines riesigen Pop-Komplexes hochstilisiert. Pop ist dort eine Art Nationalkultur. Dahinter stecken fantastische Finanzinteressen. Andy Warhol, ein Säulenheiliger in dieser Landschaft, sagte gerne: „Art is being good in business.“ Geschäfte machen ist tatsächlich auch eine Kunst. Faktisch wird in den USA das, was man in Europa als Kunst bezeichnet, zunehmend ausschließlich an seinem Geldwert gemessen. So ist in der Malerei ein Bild so gut wie sein Kaufpreis. So ersieht aus den Rankings der Preise jeder Trottel, wie gut ein Bild ist. Überhaupt findet Kunst nur statt, wenn die Kassa stimmt. Ob im Theater, beim Film, im TV, in der Galerie, im Verlag für Musik oder Print etwas aufgeführt, gespielt, gedreht, gesendet, ausgestellt, gedruckt wird, entscheidet einzig und allein die Kasse. Und Kasse will Masse. Masse gilt dabei als anspruchslos. Die Kunstmanager fragen sich nicht, was Menschen interessieren, gefallen könnte, man hält sie von vornherein für primitiv und spricht sie primitiv an. Massenhysterien A propos Masse. Wenn junge Leute sogenannte Pop-Events freuen, so soll es so sein. Das Erlebnis der großen Menge ist ein gemeinsames Ventil, schafft ersehnte Befreiung. Trotzdem ist der Anblick von tobenden, kreischenden jungen Menschen besorgniserregend. Er erinnert zu stark an die Massenhysterien in Hitlerdeutschland oder anderen Diktaturen. Rhythmischer Lärm ist eine Droge. Die Texte - sofern es überhaupt auf sie ankommt - sind in der Mehrzahl eher harmlos. Aber man kann sich des Gedankens nicht erwehren, dass diese Massen labil sind. Sie sind für Slogans verfügbar. Was geschieht, wenn es ihnen eines Tages wirklich schlechter geht, wenn sie in wirtschaftliche Nöte geraten? Wenn ihnen ein neuer Guru neue Paradiese verspricht und sie zum Hass aufhetzt gegenüber vermeintlichen oder wirklichen Feinden? Alle Erfahrungen aus der Geschichte haben an der latenten Triebhaftigkeit von Massen nichts geändert. |
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Mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher, jede Menge Brauchtum, Handwerk und Köstlichkeiten aus den steirischen Regionen, das war Aufsteirern 09. Weitere Informationen unter: www.aufsteirern.at |
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Kurt Jungwirth |
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Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung) |
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