GEDENK-KULTUR-EVENT des Jahres
Das Haydn-Jahr 2009 im Burgenland

 

Das Haydn-Jahr 09 in der Zusammenschau der verschiedenen Veranstaltungen und Aktivitäten verteilt auf das ganze Burgenland – was war es?

Der Volkskundler w.Hofrat Mag. Hans Lunzer arbeitete sowohl während als auch nach seinem Studium als freier Mitarbeiter beim Österreichischen Rundfunk - Landesstudio Burgenland. Bald darauf begann seine Mitarbeit am Volksbildungswerk. 1980 wurde er Beamter der Kulturabteilung der Bgld. Landesregierung und zum Leiter des Volksbildungswerkes bestellt.

 

Ein Gedenken des großen Meisters, der schon zu Lebzeiten als hochgeachteter, weltberühmter Musiker und Komponist geschätzt war? Ein Kultur-Event, mit dem das Land auf sich aufmerksam machen wollte, um dem Tourismus und damit der Wirtschaft einen starken Impuls zu geben?
Was stand im Vordergrund? Die Kultur, insbesondere die Musik des genius loci und die Auseinandersetzung mit ihr, oder waren es die Events, mit denen man lockte und in denen sich die Promis (auch der seichten Seitenblicke-Gesellschaft) und wer sich dafür hält, sonnten?
Von allem war etwas dabei. – Bei den einen mehr von dem, bei anderen wieder mehr von jenem.

Joseph Haydns 200. Todestag am 31. Mai war Anlass des Gedenkens. Ganz Greis, schlief der Meister nach einem erfüllten Leben gottergeben ein.

Geehrt durch die Mitgliedschaft in den nationalen Akademien für Wissenschaft und Kunst von St. Petersburg bis Paris und die Doktorwürde von Oxford, repräsentierte Joseph Haydn in seiner Zeit den fleißigen Künstler als Neuerer der Musik, und gleichzeitig erhob man ihn zum „Star“ in der damaligen Musikwelt. In Demut und doch selbstbewusst konnte er mit beidem gleichermaßen gut umgehen. Er musste ein Original werden in der künstlerischen Einsamkeit der Provinz, in der er so gerne lebte und wo er mit seinem Orchester so viel arbeiten und experimentieren konnte, sagte er einmal über sein Leben am Fürstenhof von Nikolaus I. Esterházy, dem Prachtliebenden.

Phänomen Haydn

Joseph Haydn gilt als Vater der Sinfonie, des Streichquartetts, der Klaviersonate und des Klaviertrios, schrieb eine Vielzahl von höfischer Gebrauchsmusik und Opern – war er doch rund vier Jahrzehnte lang Hofkapellmeister bei den Fürsten Esterházy in Eisenstadt –, eine Reihe von Messen und geistlicher Musik und schließlich nach seiner Rückkehr von den beiden Englandreisen als

sein bedeutendstes Alterswerk die beiden Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“. Gerade an dieser Kunstgattung wird sehr deutlich, dass Haydn die Tonkunst vom Barock (Bach und Händel) herauf führte in die Wiener Klassik und auch noch das Tor in die Romantik (z. B. zu Mendelssohn Bartholdy) öffnete. Mit seinen beiden Schülern Mozart und Beethoven bildet er das Dreigestirn der Wiener Klassik.

(Fortsetzung in der Printausgabe - Bestellung)

Das Wohnhaus von Joseph Haydn

Hans Lunzer