Das Erzherzog-Johann-Gedenkjahr

 

Das Jahr 2009 prägten zahlreiche Feierlichkeiten rund um den 150. Todestag von Johann Baptist Erzherzog von Österreich. Die Volkskultur Steiermark GmbH war mit der Gesamtkoordination beauftragt.

 

LH-Stv. Hermann Schützenhöfer und Dr. Franz Harnoncourt-Unverzagt mit einem menschlichen Double der Erzherzog-Johann-Statue vom Grazer Hauptplatz-Brunnen.
Foto: VKSTMK

Das Rahmenkonzept sah vor, das Erzherzog-Johann-Jahr festlich, würdig, leise - „aus dem Volke“ entsprungen in Dankbarkeit für den „der des Volkes war“ und das „Laute und Aufdringliche des Hofes verabscheute und scheute“ - zu begehen.

Es sollte von Seiten des Landes ein Jahr des Gedenkens an Johanns Tod vor 150 Jahren und vor allem an seine großen, heute noch nachwirkenden Taten im Land sein.
Die Menschen sollten an diesen großen Förderer und Vordenker der Steiermark erinnert und so auch animiert werden, selbst tätig zu werden.

Dieses Konzept ging auf.

Eine heute noch bestehende große Anhänglichkeit der SteirerInnen dem so genannten „steirischen Prinzen“ gegenüber beeindruckte auch außerhalb der Landesgrenzen.
Unzählige Veranstaltungen, Feste, Vorträge, Bücher, Filme, Fernsehbeiträge, Konzerte, Dorffeste, Schulveranstaltungen, Gedenkfeiern, kulinarische Genüsse usw. wurden im ganzen Land in kürzester Zeit organisiert – zum Großteil von der Volkskultur Steiermark GmbH beraten – und professionell umgesetzt.
Die offiziellen Feierlichkeiten begannen am 20. Jänner zum Geburtstag des Erzherzogs mit einer Pressekonferenz, zu der Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer (Ressort Volkskultur) geladen hatte, und fanden in den Feierlichkeiten rund um Johanns Todestag am 11. Mai erst in Schenna (Südtirol) durch Vertreter des Steiermärkischen und Südtiroler Landtages und mit der Gedenkmesse im Grazer Dom ihre Höhepunkte. Den Abschluss des offiziellen Gedenkjahres stellte das große Fest der Steirerinnen und Steirern in Graz, das „Aufsteirern“ mit dem großen, von der Volkskultur Steiermark GmbH initiierten „Erzherzog-Johann-Festumzug“ am 20. September dar.

Am Ende von solchen Jahren bleibt immer die Frage, die meist besonders „Kritische“ zu stellen beflissen sind:

  • Was bleibt von so einem Gedenkjahr?
  • Wer hat etwas gut und wer hat etwas schlecht gemacht?
  • Wer trägt dafür die Verantwortung?

Vielleicht sollte man die Fragen einmal anders stellen bzw. die Sache von einer anderen Seite betrachten:
Es war ein Gedenkjahr an einen großen Menschen, der zu seiner Zeit sehr modern war und Taten gesetzt hat, die nachwirken, von denen wir SteirerInnen noch heute profitieren.
Natürlich war er ein Kind seiner Zeit, aber ein sehr eigenwilliges und modernes „enfant“…

(Fortsetzung in der Printausgabe - Bestellung)

Silvia Renhart