modellhaft
Ausstellung ehrt Erzherzog Johann

 

Das Jagdmuseum Schloss Stainz stand heuer ganz im Zeichen des „Erzherzog-Johann-Jahres“ und würdigte in einer Sonderausstellung das Wirken des Visionärs, Modernisierers und Förderers für die Steiermark.

Mag. Christoph Pelzl ist Mitarbeiter des Universalmuseums Joanneum.

Foto: Nicolas Lackner, UMJ

„modellhaft" zeigte die facettenreiche Persönlichkeit Erzherzog Johanns als Bauer, Jäger, Wirtschaftstreibender, aber auch als Politiker. Zahlreiche Exponate aus dem Besitz und dem Umfeld des Habsburgers lieferten die Basis für die Schau, die auch Einblicke in Persönliches und Privates gewährte. Vor allem aber bezeugte modellhaft die untrennbare Verbundenheit Erzherzog Johanns mit der Steiermark und zeigte auf, dass sein Schaffen nachhaltige Auswirkungen bis in die Gegenwart generierte.

Johanns Verdienste aufbereitet

Er setzte die Grundsteine für Institutionen wie etwa die Wechselseitige Versicherung, die Steiermärkische Sparkasse, die Landesbibliothek und das Anna-Kinderspital; 1811 gründete er das Joanneum und förderte hier nicht nur den naturwissenschaftlichen, sondern auch den technischen Lehrbetrieb, aus dem die Technische und die Montanistische Universität hervorgingen. Im Bereich der Landwirtschaft trug Johann wesentlich zur Verbesserung von Ackerbau und Viehzucht und zur Entwicklung von Maschinen und Geräten bei.

Diese Innovationen und mehr wurden von Kurator Karlheinz Wirnsberger, Leiter des Jagdmuseums Schloss Stainz, in der Ausstellung klar strukturiert, übersichtlich und informativ aufbereitet.
„Es ging uns nicht um Romantisierung oder Verklärung einer historischen Figur, sondern um Präsentation von Fakten“, erklärt Wirnsberger. Fakten bekam man in den Räumlichkeiten auf unterschiedlichste Weise aufgetischt: Etwa durch ein „Schussprotokoll“, das dem passionierten Jäger Treffsicherheit bescheinigte: „Zwei Schüsse, zwei erlegte Geiß.“ Johanns Verdienste für die Landwirtschaft waren dank originaler Modelle landwirtschaftlicher Geräte − im Maßstab 1:10 bzw. 1:25 −, die den Bauern damals weitgehend unbekannt waren (vom Butterfass über den Pflug bis zur Schollenwalze) und die er zum Teil für seine Mustergüter anfertigen ließ, nicht nur zu erahnen, sondern hautnah zu erleben. Weitere Modelle bildeten diverse Obstsorten ab. Wirnsberger: „Unter Erzherzog Johann blühte die Landwirtschaft auf, es gab damals rund 600 verschiedene Apfel- und 44 Kartoffelsorten.“

(Fortsetzung in der Printausgabe - Bestellung)

Christoph Pelzl

Die vollständige Fassung dieses Artikels finden Sie in dieser Ausgabe der "steirischen berichte". (Bestellung)