| Die Heimat und die Welt |
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„Der wahre Raum des Lebens öffnet sich nur der Erinnerung ...“ – Diesen Satz Benno Reifenbergs hat der steirische Schriftsteller Franz Taucher (1909–1990) einem seiner Bücher als Motto vorangestellt. Mit Fug und Recht hätte er ihn auch allen anderen mit auf den Weg geben können, war es ihm doch nie darum zu tun, etwas frei zu erfinden, sondern immer nur darum, sich so genau wie möglich zu erinnern. |
Christian Teissl, |
Früh bereits, noch keine 40 Jahre alt, begann er Rückschau zu halten: auf das Leben seines Vaters, der als Maurer und Isoliermonteur in allen Teilen der Donaumonarchie gearbeitet hatte; auf seine eigene Kindheit und Jugend in Eggenberg, als es noch kein Stadtbezirk, sondern Marktgemeinde und Vorort von Graz war; seine Jahre als Tischlerlehrling und die für ihn und seine Hinwendung zur Literatur so entscheidende Begegnung mit dem Rheinländer Hans Leifhelm, den es gegen Ende Zwischen Poesie und Journalismus Schon Tauchers erste erzählende Arbeiten, die Romane „Weit aus der Zeit“ und „Aller Tage Anfang“, sind Versuche, der eigenen Herkunft und Entwicklung eine epische Gestalt zu verleihen und sie damit allgemein begreifbar zu machen. Hielt er hier noch Abstand zu seinen Erlebnissen, indem er die dritte Person wählte, so hatte er später, im Alter, keine Scheu mehr davor, „ich“ zu sagen, in seiner großen autobiographischen Trilogie, bestehend aus den Bänden „Schattenreise“, „Frankfurter Jahre“ und „Damals in Wien“, mit beneidenswerter Offenheit Zeugnis und Bekenntnis abzulegen, tote Freunde und Weggefährten herauf zu beschwören und die Summe seines Lebens zu ziehen. (Fortsetzung in der Printausgabe - Bestellung) |
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Christian Teissl |