„... Heinz, Herzog, Hösele, Jontes ...“
Verbindungen übers Alphabet hinaus oder: Bei Betrachtung eines Klassenfotos
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Unsere Jubilare:
Von Seiten der Volkskultur Steiermark GmbH ist es uns – wie auch allen an den steirischen berichten Beteiligten − eine große Freude unseren sehr rüstigen und „umtriebigen“ zwei Jubilaren alles, alles Gute zu ihren runden Geburtstagen zu wünschen.
Wie tief die Verbundenheit der beiden Herren geht, hat uns liebenswürdigerweise Univ.-Prof. Dr. Günther Jontes geschildert.
Silvia Renhart |
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2. Reihe, sitzend, erster von links:
Günther Jontes
3. Reihe, stehend, zweiter von links:
Heiner Herzog
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Klassenbücher und Schulkataloge sind immer alphabetisch geordnet. Aber auch auf dem Foto der 4a-Klasse des Grazer Oeversee-Gymnasiums aus dem Jahre 1954 sind Heiner Herzog und Günther Jontes eng benachbart zu sehen. Seit diesem Jahr, da Heiner unserer Klasse zuwuchs, verbinden uns bis heute Respekt und ein geistiges Band, das über sogenannte Schulfreundschaften hinausgeht. Meine Schulkameraden, die sich da um unseren „Otto“, den Klassenvorstand und Deutschprofessor Dr. Otto Buchwald – wir haben ihn erst im Vorjahr als einen unserer letzten Lehrer begraben – scharen, erscheinen irgendwie als ein fröhlicher Haufen, der noch nicht allzu viel von den kommenden Härten des Lebens ahnt. Links oben, im weißen Hemd und mit nicht zu knapp anliegenden Ohren: Heiner Herzog. Davor ich selber. Er steht mit einer gewissen Lässigkeit da. Heute würde man dafür das hässliche, aber treffende Wort „cool“ verwenden. Eine gewisse Überlegenheit gegenüber den unbekümmert grinsenden oder – ich – schüchternen Gesichtern der anderen kommt sicher dadurch zum Ausdruck. Er strahlt Selbstbewusstsein aus im Gegensatz zu den meisten Klassenkameraden. Sein Äußeres hat sich im Laufe der Zeit – es sind 55 Jahre verstrichen – verändert. Er war, wenn mich die Erinnerung nicht trügt, eher rothaarig und sommersprossig. Das hat sich bis heute gegeben.
Eines hatte er uns allen jedoch voraus, nämlich einen ganz prominenten Familienhintergrund, war er doch der Enkel Viktors von Geramb, des berühmten Volkskundlers und Gründers des Steirischen Volkskundemuseums in der Grazer Paulustorgasse, das damals wegen der wissenschaftlichen Ein-engung auf das Leben in der Landwirtschaft allgemein nur das „Bauernmuseum“ genannt wurde. Ich war bereits als Kind ein eifriger Museumsbesucher geworden, nachdem 1947 die Bestände der Joanneumsabteilungen wieder aus der kriegsbedingten Verlagerung an sichere Orte zurückgekehrt waren. Der Eintritt kostete mich als Schüler damals 50 Groschen, eine kleine Aluminiummünze, mit der in der Hand ich fast jeden zweiten Tag von meinem Wohnbezirk Eggenberg zu Fuß in die Stadt zu den Plätzen meiner neugierigen Sehnsucht eilte. In der Volksschule wusste ich zwar nichts von dem berühmten Forscher, der zeitweilig auch im Museum wohnte. Ich glaube auch nicht, ihm damals je begegnet zu sein. In den Grazer Museen herrschte in jener Zeit zumeist eine gespenstische Stille, die den einsamen Besucher umgab. Einige Jahre später jedoch hing beim Aufgang zum Heimatsaal und zur Trachtengalerie ein sehr realistisches Gemälde, ein Porträt Gerambs aus der Hand des Grazer Malers Fritz Silberbauer. Streng frontal angelegt, blickte es den Betrachter eigentlich streng an und schien zur Stille und Gemessenheit in den heiligen Hallen „seines“ Museums aufzufordern.
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