Über das Wetter

__wissenschaft.
__kunst.
__kultur.

Nie wieder wollte David Klagen darüber hören, dass es heutzutage keine anständigen Winter mehr gäbe. Winter wie früher, die noch ordentlich weiß gewesen seien, damals in einer so viel besseren Zeit. Vor allem wollte er das nicht von Leuten hören, die dann, wenn es denn schneite, über die Kälte lamentierten und jammerten, dass man nun – im Februar! – schon so ungeduldig auf den Frühling warte. „Wenn ich das Wetter wäre“, dachte er missmutig, als er auf sein Fahrrad stieg, „würde ich auch nichts darum geben, was die Leute sagen, man kann es ja eh niemandem Recht machen.“ Nun war aber dieses Schneetreiben auch seinem Geschäft nicht weiter zuträglich. Als Fahrradkurier hatte er sich in den letzten Tagen mehrmals nur knapp vor den Kühlerhauben anderer Verkehrsteilnehmer retten können. Kaum fiel Schnee, brach auf den Straßen das Chaos aus – Schnee im Winter, Schnee in Österreich, eine Überraschung! Auch der Kunde, den er gerade verlassen hatte, gehörte in die Kategorie derer, in deren Leben „früher“ alles besser, überschaubarer und nicht so übertrieben gewesen sei. David wollte die Erinnerung des älteren Mannes nicht anzweifeln, aber ihm missfiel der anklagende Ton, der in diesen Worten mitschwang.


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